Zu Besuch bei .... "der FF Wörgl (AT)"
Am 05.01. war es soweit und wir fingen mit unserem neuen Projekt an. Welches Projekt?! Ganz einfach, die Wehr Altengronau - so kontaktfreudig wie sie ist - möchte ein wenig die Beziehungen und den Kontakt zu anderen Wehren ausbauen. Sprich, eins bis drei Kollegen der Wehr Altengronau besuchen andere in anderen Gemeinden / Städten. In erster Linie geht es darum, sich Informationen auszutauschen, ggf. neue Techniken und Methoden zu entdecken und den Kontakt zu den Kollegen auszubauen.
Wieso auch nicht mal die Kollegen besuchen, welche mit einer anderen Farben unterwegs sind. Wir arbeiten immer mit THW, Polizei, ADAC und Co. so ist ein Besuch nicht ganz unrealistisch.
Da ein Kollege der Wehr Altengronau Anfang des Jahres in Tirol war, nutzten wir die Chance und kombinierten es gleich mit dem ersten Besuch. Im Folgenden sein Bericht:
Wir schreiben 1015h. Verfrüht komme ich am Feuerwehrgerätehaus der Wehr Wörgl an. Was mich wundert? Zahlreiche Autos stehen vor dem Gerätehaus. Innerlich denke ich mir schon, dass es wahrscheinlich einen Einsatz gab, oder noch Einer offen ist. Ich mache schnell ein Bild vom Gerätehaus und laufe anschließend in Richung "Haustüre" ;)
Die Türe war zwar zu, jedoch hat mir gleich einer geöffnet. Eigentlich wusste ich gar nicht was mich erwarten würde, doch ich hab mir nicht gedacht, dass es so los geht:
Ich wurde höflich empfangen. Die Kollegen begrüßten mich im Gerätehaus in Wörgl. Ich war geschockt! Nicht über die Sprache, nein, eher über den regen Personenverkehr. Ein Kamerad erzählte mir, dass es in den Ferien immer so ist. "Wer gerade Zeit hat -> der kommt ins Feuerwehrhaus. Ein 'angesagter' Treffpunkt bei den Kameraden in Wörgl". Aber auch außerhalb der Ferienzeit ist das Gerätehaus oft besetzt ;)
Ich wurde in eine kleine und gemütliche Flurnische geführt. Wo ich erst ma eine "Rast" einlegen musste. Da ich zu früh da war musst eich einen Moment warten, was aber kein großes Problem war. Mit zwei Tischen und einer großen Eckbank hats man dort gemültich. Nicht nur die volljährigen Kameraden der Wehr waren anwesend sondern auch die Kleinen ;)
"Früh übt sich und so geht der Nachwuchs nie aus."
Nach kurzem warten kommt Peter, welcher mich ins Gerätehaus - im Namen aller, eingeladen hatte. Das erste was benötigt wird - wie auch "dehemm", ist der Kaffee ;) Nachdem der gezogen wurde ging es los. Als erstes betraten wir den Funkraum, welcher sich neber der Fahrzeughalle und im Erdegeschoss befindet.
Der Funkraum / Das Organisationsbüro ;) ...
Wie schon erwähnt ging es im Funkraum los. Die interne Leistelle sozusagen.
Um uns das ein wenig leichter zu machen stellen wir uns eine Einsatzlage vor:
"Zimmerbrand in Mehrfamilienhaus - 4. OG". Bei ca. 400 Einsätzen +- auch mal dabei.
Wie bei uns springt bei den Kollegen alles an was sich melden kann. Die Kameraden kommen und ziehen sich um. Bei solch einem Einsatz ist der Funkraum besetzt. Der Funkraum der FF Wörgl wird zur internen Leitstelle. Auch bei Unwettereinsätzen ist der Funkraum durch eine Einsatzkraft besetzt.
Und jetzt kommt der "Clou" -> wenn die zentrale Leitstelle in Innsbruck einen Einsatz auf macht bekommt die Wehr Wörgl - sofern sie alamiert ist - eine Alarm-Mail. Im Funkraum können somit alle nötigen Daten abgerufen werden und dem ELW weitergegeben werden, ohne dass die Leitstelle in Innsbruck weiter gefordert wird.
Sollten jetzt Probleme auftreten kann die E-Mail auch in das ELW (dort KDO) weitergeleitet werden. Da das ELW über eine Internetverbindung verfügt, können Einsatzbericht und Lageplan des Einsatzes am einem PC im Wagen eingesehen werden.
Sicherlich fragen Sie sich nun, was mit dem Lageplan gemeint ist. Verlgleichbar mit einem Stadtplan ist der Lageplan eine Übersicht über alle Häuser und Straßen die sich in der Nähe des Einsatzortes befinden.
Die Besonderheit daran ist, dass man in dem Lageplan alle Gefahren sieht. Nehemen wir an, dass gegenüber des Mehrfamilienhauses eine Firma ist, welche mit Gaß arbeitet. Dies kann man in dem Lageplan erkennen, da ein Symbol für "Gefahr Gaß" hinterlegt ist. Das gleiche gilt auch für elektrische, atomare, biologische und chemische Gefahrenherde. Des Weiteren findet man Hydranten und andere Wassequellen in der Karte.
Das Bundesland Tirol ist bei vielen Projekten der Vorreiter (bei uns in Deutschland "Versuchskaninchen" ;). Was natülrich nicht schlimm ist - im Gegenteil. In Tirol - also auch in Wörgl - gibt es den Digitalfunk schon ca. zwei Jahre. Wie die Kollgen berichten, ist der Digitalfunk eine echte erleichterung. Im Gegensatz zu Analog kann man nur bestimmte Gruppen anfunken oder auch nur bestimmte Personen... Der Radius was man damit anstellen kann, wird größer.
Der Fahrzeug- / Fuhrpark
Kommen wir nun in den heiligen Raum - die Fahrzeughalle. In der Fahrzeughalle der FF Wörgl stehen 9 Fahrzeuge. Darunter ein ELW und ein GTLF, auf die wir hier eingehen.
Fangen wir mit dem GTLF an. Das GTLF (Großtanklöschfahrzeug) umfasst einen 12.000-Liter-Tank, mit zusätzlich 500 Liter Schaummittel und einer 250 kg Pulverlöschanlage. Kurz gesagt: "Es gehört zu den Monstern unter den Feuerwehrautos". Das GTLF kann somit mit dem Panther von Rosenbauer mithalten, welcher zwischen 6.100 und 13.000 Liter Wasser mitführen kann!
Des Weiteren ist er mit einer Straßenwaschanlage ausgestattet. Somit können diverse Verunreinigungen von der Straße "gewaschen"/gespült/entfernt werden.
Bei einem Hausbrand - wo sich das Haus an einem Berg befindet - wo man schlecht hinfahren kann, dient das GTLF oft als Pumpe. Da auf Bergen die Straßen entweder zu eng sind, oder die Trampelpfade mit dem Fahrzeug nicht passierbar sind, wird das Fahrzeug unten abgestellt und fungiert als Pumpe/Verteiler. Ggf. werden mit den anderen vorhandenen TLF Pendelfahrten eingerichtet. Die TLFs pendeln dann zwischen Brand und Pumpe, schließlich kann ein TLF nicht immer wieder zurückfahren und erst neu auftanken. Muss das TLF am GTLF zwar auch machen, jedoch spart man Zeit da die Strecke verkürtzt ist.
Weiter geht es mit dem ELW (Einsatzleitwagen). Das bzw. ein ELW dient zum koordinieren von Einsätzen. Der Vorteil bei einem ELW ist dass man vor Ort eine Art Leitstelle hat. Alle Funkgespräche zwischen Leitstelle, Gerätehaus, Einsatztrupps, und Koordinatoren können vor Ort aufgegeben werden und kommen hier gebündelt an. Dies dient zur Entlastung der Einsatzkräfte im unmittelbaren Gefahrenherd.
Das Wörgeler ELW ist mit einem mobilen PC mit Bildschirm ausgestattet. Des Weiteren hat er zwei Einbaudigitalfunkgeräte und 5 Handfunkgeräte. Auch vom Design kann der ELW punkten. Auf einen Mercedes Vito aufgebaut, hat er 150 PS und ist auch auf der österreicherischen Autobahn unterwegs. Sollte er dennoch mal im Stau stecken bleiben hat der ELW im ein Witheboard was man herausziehen und aufklappen kann. So kann die Einsatzplanung und die Taktik noch mitten in der Pampa oder auf der Autobahn besprochen, geplant und weitergegeben werden.
Da der ELW eine Internetverbindung und eine funktionsfähige EDV-Station aufweist können im Auto Landkarten, Einsatzdetails und andere nützliche Programme / Informationen abgerufen werden. In der Einsatzleitung ist Platz für zwei Personen. Sollte Bedarf bestehen etwas auszudrucken wird dies mit einem Laserdrucker, welcher ebenfalls im Fahrzeug ist, gemacht.
Der Abschluss
Und dann war es auch wieder soweit. Die Zeit ist vorbei und man muss weiter. Ich verabschiedete mich und machte mich auf den Weg zum 'ÖBB Bahnhof Wörgl' ;)
Im Namen der Wehr Altengronau wünschen wir den Kollegen der Wehr Wörgl alles Gute und dass diese wieder wohl und munter von Ihren Einsätzen zurückkehren.
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